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Die ehemalige Hauptstadt Japans Kyōto umfasst eine Vielzahl altertümlicher Schreine und Tempel. Einer dieser Tempel ist der Tō-ji Tempel (das bedeutet „der östliche Tempel“), der auch Kyō-ō Gokoku-ji („der das Land beschützende Tempel des Königs der Lehre“) genannt wird. Der Tō-Ji Tempel wurde 793 vom Kaiser Kammu in Auftrag gegeben.
Mit drei Shinto-Schreinen, einer altertümlichen Burg und zwölf anderen Tempeln zusammen wurde der Tō-ji Tempel 1994 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Aufgrund seiner einzigartigen Architektur ist der Tō-ji Tempel ein unverwechselbares Wahrzeichen Japans und beherbergt heute die ältesten noch erhaltenen Statuen des Shingon-Buddhismus.
Der Tō-ji-Tempel wurde 793 n.Chr. aufgrund des Befehls des damaligen Kaiser Kammu erbaut und sollte als Schutztempel für die Stadt Kyōto dienen, die damals noch Heian-Kyō genannt wurde. Der Tō-ji Tempel sollte gleichzeitig ein Gegenstück zu dem Sai-ji Tempel sein; beide Tempel flankierten eines der großen Stadttore Kyōtos, das Rajōmon. Kaiser Kammu ließ die beiden Tempel nach Vorbildern in der Nachbarstadt Nara bauen.
Die Fertigstellung des Tō-ji Tempels dauerte 35 Jahre. Nachdem der Tempel im Jahr 823 – immer noch nicht fertig gebaut – den Mönchen den Shingon Shi, einer buddhistischen Glaubensgemeinde, übereignet worden war, eröffnete man 828 am Tō-ji die erste allgemeine öffentliche Schule Japans. Da die Schule allerdings 848 wieder geschlossen wurde und die Shingon Shi sich zerstritten und fast auflösten, verlor der Tō-ji Tempel allmählich an Bedeutung. Erst 1308, als der ehemalige Kaiser Go-Uda beim Tempel residierte, wurde der heruntergekommene Tempel wieder renoviert. Allerdings spielte er in der Geschichte Japans keine weitere Bedeutung.
1994 wurde der Tō-Ji Tempel zusammen mit anderen Tempeln zum UNESCO Weltkulturerbe Historisches Kyōto erklärt.
Betritt man den Tō-ji Tempel durch das große Südtor, steht man auf dem großen Tempelplatz. In Form eines umgedrehten Ls reihen sich die einzelnen Gebäude und Sehenswürdigkeiten aneinander. Das dem Betrachter am nächsten gelegen Gebäude ist das Tempel-Büro. Daran anschließend folgt die Miedo, die Gründerhalle des Tempels. In der weiten Halle hängen die Portraits der Gründer der Shingon Shi und der diversen Führer im Verlauf der Jahre. Der Miedo gegenüber steht der Speisesaal, wo die Mönche damals zusammenkamen und ihre Mahlzeiten zu sich nahmen. Hinter dem Speisesaal an der östlichen Mauer steht der Hozo, eine kleine Schatzkammer, in der ehemals die wenigen Wertgegenstände der Mönche (unter anderem wertvolle Statuen, welche nun auf dem ganzen Tempel-Gelände stehen) aufbewahrt worden waren. Direkt dem Südtor gegenüber stehen die Kondo, die Haupthalle des Tempels und dahinter die Kodo, wo einst die Lesungen religiöser Texte abgehalten wurden.
Das eigentliche Augenmerk des Tō-ji Tempels sind jedoch der kleine Tempelgarten und die östlich vom Südtor gelegene Holzpagode. Der Garten des Tempels ist im klassischen japanischen Stil gehalten und beherbergt eine Vielzahl farbenbunter Koi-Fische, welche als wertvoll angesehen werden. Die Pagode schließt sich direkt an den Tempelgarten an. Sie ist 57 m hoch und man kann sie von nahezu jedem höher gelegenen Ort in Kyōto sehen. Ursprünglich zwischen 877 und 888 erbaut, verwitterte die Pagode nachdem der Tō-ji Tempel im japanischen Mittelalter an Bedeutung verlor. 1644 veranlasste der Shogun Tokugawa Iemitsu, die Pagode wieder zu errichten, um an die einstige Bedeutung des Tō-ji Tempels zu erinnern. Heute steht eine baugleiche fünfstöckige Pagode auch in Tokio. Sie symbolisiert die Zusammengehörigkeit der ehemaligen Hauptstadt Kyōto und der neuen Hauptstadt Tokio. Zudem ist die Pagode des Tō-ji Tempels eines der bekanntesten Wahrzeichen Japans.
Aufgrund seiner Bauweise im klassischen japanischen Stil erhielt der Tō-ji Tempel die Ernennung der UNESCO zum Kulturerbe Historisches Kyoto. Dadurch erinnert er auch heute noch an die ehemals politische und kulturelle Rolle Kyōtos in der Geschichte Japans.